Vegan auf dem Vormarsch

Australien erkennt vegane Ernährung als gesund an

Die Albert-Schweitzer-Stiftung meldet, dass nun auch Australien, wie bereits die USA eine vegane Lebensweise als gesund und für alle Lebensabschnitte geeignete alternative Ernährung anerkennt. Obwohl die Lobby der Fleisch- und Milchindustrie extremen Einfluss auf staatliche Organisationen im Bereich Ernährung und Verbraucher ausübt, setzen sich die schon seit jahrzehnten bekannten Erkenntnisse, dass eine vegane Ernährung aktive Gesundheitsvorsorge ist, langsam durch.

Die Fakten sind ziemlich eindeutig und sprechen für eine vegane Ernährung. Natürlich ist die Grundvoraussetzung, dass genügend Kalorien, also eine ausreichende Menge an Lebensmitteln verzehrt wird und im Rahmen der „erlaubten“ Lebensmittel eine möglichst abwechslungsreiche Nahrung gegessen wird. Ansonsten kommt es wie auch bei einer unausgewogenen und mangelhaften Fleischbetonten Ernährungsweise zu gesundheitlichen Problemen. Die Vorteile einer veganen Ernährung sind so groß und eindeutig, dass wir im SJG-Club die Entscheidung getroffen haben, dass es aus gesundheitlicher Sicht kaum eine Alternative dazu gibt. Wenn wir unseren Mitgliedern Gesundheit versprechen, geht das nur über eine ausgewogene vegane Ernährung mit einem hohen Rohkostanteil. Alles andere führt früher oder später zu Krankheiten.

Warum ist Vegan so optimal für uns und die Umwelt?

  • In pflanzlichen Lebensmitteln, ausgenommen der Erdnuss, fehlt die entzündungsfördernde Arachidonsäure, eine vierfach ungesättigte Fettsäure. Wir benötigen davon pro Tag 0,1 mg um Entzündungen zu steuern. Wenn wir ein Rindersteak von nur 100 g essen, nehmen wir schon 200 mal soviel Arachidonsäure auf, wie wir täglich benötigen. 100 g Hühnerfleisch enthält 170 mg dieser Fettsäure und damit das 1.700 fache der täglichen Dosis, die sinnvoll ist. Je mehr tierische Produkte wir essen, umso mehr entzündliche Prozesse werden in unserem Körper angestoßen. Nicht umsonst bekommen Menschen, die Tiere essen, Rheuma.
    Entzündungen sind eine nicht zu vernachlässigende Vorstufe für eine spätere Krebserkrankung“ – diese unwahrscheinliche Behauptung vieler Autoren sogenannter Gesundheitsratgeber erscheint im ersten Augenblick ziemlich übertrieben. Wenn man sich aber die Vorgänge, die zu einer Entzündung im Körper führen, näher ansieht, ist diese so banale erscheinende Aussage aus wissenschaftlicher Sicht durchaus korrekt.
    Im Artikel Entzündung auf Wikipedia, werden die molekularen Mechanismen einer Entzündung auszugsweise wie folgt beschrieben: „Eine Entzündung geht einher mit charakteristischen Veränderungen auf molekularer Ebene. Zunächst kommt es …  zu spezifischen Änderungen des Genexpressionsmusters. Einer der wichtigsten intrazellulären Regulatoren von Entzündungsreaktionen ist … der Transkriptionsfaktor NF-κB, der … aktiviert wird und die Genexpression in betroffenen Zellen … ändern kann.
    Eine Schlüsselrolle bei Entzündungen spielt anscheinend der Transkriptionsfaktor NF-κB, ausgesprochen wird diese Abkürzung „NF-Kappa-B“, der von großer Bedeutung für verschiedene Abläufe innerhalb einer Zelle ist und dessen Aktivierung anscheinend Mitauslöser einer Entzündung ist.
    Die Proteinverbindung NF-κB  schützt die Zelle vor dem programmierten Zelltod und verhindert anscheinend auch, dass entstehende Krebszellen durch die Immunabwehr bekämpft werden. Insofern scheint die Aussage, dass Entzündungen ein Schritt auf dem Weg zu einer Krebserkrankung sein können, im Ansatz zutreffend zu sein. (Quellen: medizin-aspekte.de, scinexx.de, berliner-zeitung.de).
    Generell erfüllt das Protein NF-κB eine sinnvolle Aufgabe. Es verhindert, dass Zellen zu schnell in den Zelltod geschickt werden. Entzündungen können immer wieder vorkommen, dazu genügen schon äußere Reizungen wie Hitze oder Kälte. Es wäre fatal, wenn unser Körper sofort Zellen eliminiert, sobald diese einer etwas größeren Hitze oder Kälte ausgesetzt sind. Die Entzündung schützt davor, indem die Auslöser für einen Zelltod blockiert werden. Wenn allerdings ständig Entzündungen in unserem Körper auftreten, kann es passieren, dass Zellen, die innerhalb einer Entzündung entstehen, mutieren, weiterwachsen und sich teilen können, ohne vom Immunsystem angegriffen zu werden. Entzündungen können daher Krebszellen dabei helfen, unentdeckt zu wachsen, bis sie so groß geworden sind, das sie sich „selbst schützen“ können. Die einzige Möglichkeit, dies zu verhindern, besteht darin, möglichst nur Nahrungsmittel zu essen, die nicht in der Lage sind, Entzündungen zu verstärken. Und das bedeutet, auf alle tierischen Produkte verzichten. Mehr Infos dazu in dem Buch „Richtig essen für Gesundheit und Umwelt“.
  • Wer vegane Lebensmittel isst und möglichst nicht allzu viele künstliche vegane Nahrungsmittel wie „Fleischersatz-Produkte“, sondern mehr frisches Obst und Gemüse,  nimmt wesentlich weniger Proteine zu sich, die mit Purinen belastet sind und bei deren Verdauung Harnsäure entsteht. Unser Körper kann Harnsäure nur begrenzt ausscheiden und muss diese Säure daher neutralisieren, indem die Harnsäure kristallisiert und im Gewebe gelagert wird. Das führt zu Gicht, Knochenproblemen und vielem mehr. Menschen, die Tiere essen, produzieren über die Nahrung pro Tag rund ein bis zwei Gramm zuviel Harnsäure, die nicht ausgeschieden werden kann und daher im Laufe der Jahre zu extremen Problemen führt.
  • Wer Tiere isst, nimmt viel zu viel Proteine zu sich. Insbesondere die aktuell so beliebten Low-Carb-Diäten, die auf Proteine setzen, sind eine gesundheitliche Langzeitgefährdung für die Menschen. Proteine werden in Aminosäuren zerlegt und wenn wir zuviel davon essen, kann nicht alles vom Körper aufgenommen werden und gelangt in den unteren Darm, wo Bakterien die Aminosäuren zu toxischen Aminen abbauen. Das sind Fäulnisprodukte, die für stinkende Ausscheidungen sorgen und über die Darmwand ins Blut gelangen können und uns schleichend vergiften. Es ist als Veganer nicht notwendig, extrem viel konzentriertes Protein zu essen, da wir viel weniger Protein benötigen, als immer wieder behauptet wird. Veganer, die überwiegend frische Produkte essen, nehmen kaum zuviel Protein zu sich und verhindern erfolgreich, dass sich im Darm gefährliche Giftstoffe bilden.
  • Tierische Produkte erhalten kaum Faserstoffe. Wer vegan lebt, nimmt besonders oft pflanzliche Faserstoffe auf, die in der Lage sind, schädliche Substanzen im Darm zu binden und auszuscheiden. Veganer haben ein viel geringeres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, insbesondere, wenn sie viel frisches Gemüse essen.
  • Grüne Pflanzen liefern hochwertiges Calcium. Milchprodukte und Fleisch enthalten zwar mehr Calcium, sorgen aber durch die mitgelieferten Proteine dafür, dass eher Calcium abgebaut wird. Nicht umsonst leiden viele Kinder an Calcium-Mangel, obwohl sie viel Milch und Fleisch essen. Das liegt daran, dass viel zu wenig Gemüse verzehrt wird. Veganer haben die besseren Knochen, auch wenn das die Milchindustrie nicht hören will

Natürlich gibt es immer wieder Meldungen, die behaupten, vegane Ernährung sei einseitig, unnatürlich und mangelhaft. Es wäre nun ziemlich verwegen, zu behaupten, alle diese negativen Meldungen zu einer veganen Ernährung kommen von der Fleischindustrie oder sind eine Verschwörung gegen Veganer. Es gibt eine Menge Menschen, Fachleute und Laien, die sind davon überzeugt, dass Fleisch zum Speiseplan gehört. Wir essen seit Jahrtausenden Fleisch und sind noch nicht ausgestorben. Allerdings darf man nicht vergessen, dass Tiere erst seit wenigen Jahrzehnten in Massentierhaltungen gemästet und mit Medikamenten am Leben gehalten werden und der Großversuch, die Menschheit seitdem mit billigem, aber krankem Fleisch zu versorgen inzwischen Wirkung zeigt. Wir werden nicht krank, weil wir alt werden. Wir werden krank, weil wir unseren Körper nicht richtig versorgen und ihn zwingen, Dinge zu essen, die ihm Probleme bereiten.

Wer Fleisch von Tieren isst, die einige Jahre auf der Wiese gegrast haben, der nimmt zwar auch die oben genannten Stoffe auf, isst aber zumindest Fleisch von gesunden Tieren. Die Wahrscheinlichkeit, davon krank zu werden, ist mit Sicherheit geringer und es dauert vielleicht länger, bis die negativen Aspekte Auswirkungen zeigen. Ob es in der heutigen Zeit wirklich notwendig ist, Lebewesen zu töten, um diese dann zu essen, kann aber zumindest angezweifelt werden. Es gibt nichts, was wir nicht über Pflanzen oder sinnvolle Nahrungsergänzung (B12) erhalten und die Produktion von Fleisch kostet nun mal viel mehr wertvolles Ackerland, was angesichts steigender Bevölkerungszahlen weniger wird. Schon heute hungern 1 Milliarde Menschen und wir belegen 75% der Ackerflächen mit Futtermittelanbau für Masttiere. Wie sollen weitere 3 Milliarden Menschen satt werden, wenn wir nichts ändern? Diese Frage stellt sich uns spätestens 2050. Also in gut 35 Jahren. Unser Kinder und Enkel werden sich dann entscheiden müssen, was wichtiger ist: Das Überleben von 3 Milliarden Menschen oder der Genuss von teuer erkauftem Fleisch.

Insofern ist der Schritt der australieschen Regierung ein Schritt in die richtige Richtung.

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